BfN
Bundesamt für Naturschutz
Ansprechpartner: Mirko Hauswirth
Meeresschutzgebiete und marines Biodiversitätsmonitoring

Meeresschutzgebiete und marines Biodiversitätsmonitoring

Das Bundesamt für Naturschutz engagiert sich seit vielen Jahren national, europaweit und global für den Schutz der Biodiversität in den Meeren und an den Küsten. Die Ökosysteme der offenen Meere und der Küste mit ihren bedrohten und seltenen Seevögeln, Meeressäugetieren, Fischen und Wirbellosen sowie die besonders schützenswerten Lebensraumtypen wie Sandbänke oder Riffe stehen im Fokus des Engagements. Durch die Ausweisung von Schutzgebieten sollen die bedrohten und seltenen Arten vor den Auswirkungen anthropogener Nutzung und hierdurch entstehender Gefährdungen geschützt werden. Eine wichtige Grundlage hierfür bildet das Biodiversitätsmonitoring. 


Beschreibung einzelner Dienste/Daten

Natura 2000 Schutzgebiete

Für die Ausweisung von Schutzgebieten im Bereich der Ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands (AWZ) ist der Bund, vertreten durch das BfN und das BMU, verantwortlich. Ziel der Ausweisung ist der Schutz von besonderen und gefährdeten Lebensräume und Arten, die in den Anhängen zu den Richtlinien zu Fauna-Flora-Habitat (FFH-RL) und Vogelschutz (VRL) aufgelistet sind. Ausschlaggebend für die Auswahl von Natura 2000-Schutzgebieten im Meer ist daher das Vorkommen und die Verbreitung spezieller Arten von Seevögeln, Meeressäugetieren und Fischen sowie der besonders schützenswerten, international bedeutsamen Lebensraumtypen „Sandbänke“ und „Riffe“ (vgl. Biodiversitätsmonitoring). Die Daten werden bereits als OGC-konformer Dienst angeboten und können über den Kartenviewer “Schutzgebiete in Deutschland“ erkundet werden. Aus diesem Datenbestand sollen die Meeresschutzgebiete zukünftig herausgefiltert und für die Partner über die MDI-DE zur Verfügung gestellt werden. Weitere Informationen zu den marinen Schutzgebieten erhalten Sie auf den BfN-Webseiten.

schutzgebiete-nordsee
Abb. 1: Karte der Natura 2000-Schutzgebiete in der Nordsee

Abb. 2: Karte der Natura 2000-Schutzgebiete in der Ostsee



BfN Schutzgebiete
Die harmonisierten Datensätze der Schutzgebiete werden vom Bundesamt für Naturschutz aus den Datensätzen der Bundesländer zusammengeführt.
Anbieter: Bundesamt für Naturschutz (BfN)
Art: WMS, 1.3.0
URL: http://www.geodienste.bfn.de/ogc/wms/schutzgebiet?

 


Biodiversitätsmonitoring

Im Rahmen des Biodiversitätsmonitorings in der deutschen Nord- und Ostsee wird das Vorkommen und die Verbreitung verschiedener, schützenswerter Seevögelarten, mariner Säugetiere sowie im Benthos vorkommender Arten bzw. geschützter Lebensraumtypen erfasst. Das Monitoring ist durch eine Reihe von europäischen und internationalen Richtlinien und Konventionen vorgeschrieben und wird in Deutschland unter der Arbeitsgemeinschaft Bund/Länder-Messprogramm für die Meeresumwelt von Nord- und Ostsee (ARGE BLMP) koordiniert. Hier ist das BfN in verschiedenen Ausschüssen vertreten (Expertengruppe Meer, AG Erfassen und Bewerten, AG Datenmanagement sowie Ad-Hoc-AGs Lebensraumtypen und Wirbeltiere).
Zukünftig sollen die anhand einer regelmäßigen Rasterstruktur räumlich aggregierten Monitoringergebnisse als Webdienste über das Internet bereitgestellt werden.
Weitere Informationen: Monitoring Erfassungsprogramme.

seevogelmonitoring
Abb. 3: Karte des Transektdesigns für das fluggestützte Seevogelmonitoring
schweinswalmonitoring
Abb. 4: Karte des Transektdesigns für das fluggestützte Schweinswalmonitoring
 

 


Marine Säugetiere

Abb. 5: Auftauchender Schweinswal
(Phocoena phocoena)
Die Vorkommen von Schweinswalen in den küstenfernen Meeresgebieten werden von Flugzeugen aus entlang von Flugtransekten ermittelt. In Gebieten mit geringen Populationsdichten werden die Wale zusätzlich über akustische Detektionsgeräte (PODs) erfasst, die dauerhaft unter der Wasseroberfläche installiert werden. Es ist geplant, die Nordsee sowie die westliche Ostsee in größeren Zeitabständen komplett zu befliegen, und Gebiete mit besonderer Bedeutung für den Schweinswal (Kalbung und Jungenaufzucht) jährlich zu erfassen. Die östliche Ostsee, in der eine genetisch isolierte und sehr seltene Variante des Schweinswals vorkommt, soll mit einem Netzwerk von PODs gemonitort werden. Das Monitoring ergibt sich aus Auforderungen der folgenden Richtlinien und Übereinkommen: FFH-RL (Anhang II), OSPAR, HELCOM, ASCOBANS, MSRL

Seevögel

Abb.6: Mantelmöwe (Laurus marinus)

Wichtige Rast- und Zugvorkommen von Seevögeln in den küstenfernen Meeresgebieten von Nord- und Ostsee werden von Flugzeugen und Schiffen entlang von Transekten erfasst. Das aktuelle Programm beschränkt sich auf die Erfassung der Seetaucher, Zwergmöwen, Alken und Meeresenten. Schiffszählungen in repräsentativen Gebieten sind u.a. notwendig zur Trennung ähnlicher Arten wie Seetaucher und einiger Meeresenten. Das Monitoring ergibt sich aus Auforderungen der folgenden Richtlinien und Übereinkommen: VRL, OSPAR, HELCOM, MSRL


Benthos / Lebensraumtypen

Abb.7: Taschenkrebs (Cancer pagurus)

Auch zu den Schutzgütern benthische Lebensraumtypen ist ein Erfassungsprogramm in der AWZ geplant. Aufgrund von weiterem Harmonisierungsbedarf mit den Küstenbundesländern ist ein Beginn des Monitorings der Lebensraumtypen "Sandbänke", "Riffe", "Meeresarme und -buchten" erst im Anlaufen. Ein BfN-Projekt zur Konzeption des küstenfernen Monitorings einschließlich Fischen, Meeressäugetieren, Vögeln und Lebensraumtypen wurde bereits durchgeführt. Das Monitoring ergibt sich aus Auforderungen der folgenden Richtlinien und Übereinkommen: FFH-RL, OSPAR, HELCOM, MSRL